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Gartentipps Monat Oktober Alle im Oktober freiwerdenden Gartenflächen, die im Herbst nicht bepflanzt werden, sind sobald wie möglich tief umzugraben. Dazu wird der Spaten und nicht die Grabegabel verwendet. Das begrabene Land wird nicht geharkt, sondern bleibt in grober Scholle liegen. Die bei jedem Spatenstich entstehende Erdscholle bleibt also unzerkleinert. Damit der Boden tief genug gelockert wird, drückt man das ganze Spatenblatt in die Erde. Das Graben wird erleichtert, wenn man den Spaten dabei nicht senkrecht, sondern ein wenig schräg hält. Das Graben in grober Scholle hat den Zweck, dem Frost und den Winterniederschlägen das Eindringen in den Boden zu erleichtern. Mit Hilfe des gefrorenen Regen - oder Schneewassers zersprengt der Frost die einzelnen Bodenpartikel und macht die Erde mürbe. Bei schweren Böden muß man nach längerem Regen so lange mit dem Graben warten, bis sie einigermaßen abgetrocknet sind. Andernfalls treten wir den Boden so fest, das die einzelnen Spatenstiche wie ungebrannte Mauersteine nebeneinander liegen. Wenn das Land im nächsten Jahr mit tiefwurzelnden Gewächsen bepflanzt werden soll, muß man mindestens 2 Spatenstiche tief graben ( holländern ) oder rigolen. Die Grabenfurche muß beim Holländern 2 Spatenstiche breit sein, damit man sie ebenfalls graben kann. Dabei stellt man sich rechtwinklig zur Grabenfurche. Beim Beginn des Holländerns legt man die ersten 2 oberen Spatenstiche beiseite. Sie werden am Schluß in den entstandenen Graben gebracht. Organische Stoffe dürfen nur in die obere Schicht eingegraben werden. Unter Rigolen versteht man eine Tiefenlockerung des Bodens auf mindestens 3 Spatenstiche, wobei mit einem Dreigrabensystem gearbeitet wird. Bevor man mit dem Rigolen beginnt, wird das Landstück geteilt. Dadurch braucht der Erdaushub der ersten Gräben am Schluß nicht weit transportiert zu werden. Beim Rigolen kommt jede Bodenschicht wieder an die Stelle, an der sie vorher gelegen hat. Der Mutterboden darf auf keinen Fall in die unteren Schichten gelangen. Durch Rigolen kann man stark verquecktes Land von dem Unkraut frei machen. In diesem Falle kommt die mit Quecken durchsetzte Oberschicht ganz nach unten, so das aus der zweiten Schicht die erste und aus der dritten die zweite wird. Die Stärke der einzelnen Schichten hängt davon ab, wie tief man rigolen will. In den meisten Fällen genügen 60 cm bis 70 cm, so das die Schichten 20 cm bzw. 25 cm stark sind. Wer beim Rigolen seinen Boden mit organischen Stoffen zur Humusvermehrung versorgen will, darf sie nicht zu tief einarbeiten. Sie gehören in die oberste Schicht, weil sie sonst vertorfen und wertlos werden. Am besten ist es, wenn man die organischen Stoffe ( Stallmist, Kompost, Torf ) erst auf den fertig rigolten Land ausbreitet und eingräbt. Kalk streut man ebenfalls erst nach dem Rigolen aus und hackt ihn ein. Er darf aber nicht mit Stallmist zusammen gegeben werden, weil sonst dessen Stickstoff verloren ginge. Eine ganze Reihe Gewächse vertragen keinen frischen Stallmist in Boden. Man darf ihn darum nur dort eingraben, wo für das kommende Jahr Pflanzen geplant sind, die ihnen vertragen. Zu den gegen frischen Stallmist empfindlichen gehören vor allem alle Wurzel -, Knollen - und Zwiebelgewächse. Beispiele sind Gladiolen, Milchstern, Sterngladiole, Korallentröpfchen, Tagblume und beim Gemüse Meerrettich, Möhren, Pastinaken, Radieschen, Rettiche, Rote Rüben und Schwarzwurzeln. Hühner sind eifrige Helfer im Kampf gegen Bodenschädlinge. Das sollte vor allem dort beachtet werden, wo man unter Engerlingen und Drahtwürmern zu leiden hat. Beim Graben hinzu gezogen, vertilgen die Hühner alles, was sie an Bodenschädlingen erspähen, wenn dabei auch mancher Regenwurm in ihren Magen wandert. Von den Aschearten sollte man nur die Holzasche zur Bodenverbesserung verwenden. Regenwürmer sind für die Bodenstruktur sehr nützlich. Es ist darum falsch, sie beim Graben zu sammeln und zu vernichten. Diese Tiere leben nur von Humusstoffen, die durch ihren Darm wandern und dem Boden wieder zugute kommen. Gesunde Wurzeln oder andere Pflanzenteile können sie nicht verzehren. Bei der Nahrungssuche durchziehen sie den Boden mit unzähligen Gängen. Dadurch verschaffen sie dem Sauerstoff der Luft ungehindert Zugang zu den Pflanzenwurzeln. Viele Regenwürmer sind immer ein Zeichen von humusreichem Boden. Wo sie fehlen, ist er humusarm. Regenwürmer sind also zu schonen, wenn sie im Frühjahr auch manchmal lästig werden. Ende Oktober sollten alle Erdhaufen noch einmal umgesetzt werden, bevor stärkerer Frost einsetzt. Diese Arbeit kann man natürlich den ganzen Winter über verrichten, doch wird sie wesentlich erschwert, wenn die Haufen gefroren sind. Wer Gelegenheit hat, Rasensoden zu erhalten, sollte sie in Haufen ansetzen, denn sie ergeben einen vorzüglichen Kompost. Aus den freigewordenen Frühbeeten, die man im Frühjahr warm gepackt hatte, wird die Erde mit der Stallmistpackung gefahren und auf Haufen gesetzt. Dieser Frühbeetaushub eignet sich vorzüglich zur Bodenverbesserung oder als Bodenbedeckungsmittel für im Herbst gepflanzte Gewächse im Zier - und Obstgarten. Wasserschläuche und Regner werden ab Ende Oktober nicht mehr benötigt und sind unter Dach und Fach zu bringen. Die Schläuche dürfen auf keinen Fall dem Frost ausgesetzt werden, wenn sie noch nicht völlig entleert sind. Regner nimmt man am besten auseinander. Die Einzelteile werden trockengewischt und eingefettet oder eingeölt. Wieder zusammengesetzt, ist das Gerät im Frühjahr sofort gebrauchsfähig. Gartenmöbel darf man nicht zu lange im Freien lassen, weil sie durch feuchtes Herbstwetter sehr leiden. Vor dem Einräumen muß man sie gründlich abwaschen. Wer sie im Schuppen übereinanderstapelt, sollte Stoffreste dazwischen legen, damit bei gestrichenen die Farbe nicht leidet. Wenn Ende Oktober schon reichlich Schnee fällt und liegen bleibt, beginnen bei unseren Gartenvögeln Nahrrungssorgen. Wir dürfen dann die Futterplätze mit etwas Vogelfutter bestücken. Vor allem sollte man dabei an die Meisen denken und auch einen Meisenring oder eine Meisenrute aufhängen. Das füttern dürfen wir aber in dieser Jahreszeit nicht übertreiben. An milden Tagen und auch bei geringem Frost sollen gerade die Meisen noch viel Insekten und ähnliches in den Ritzen der Gehölze, an Zaunlatten, Laubenwänden usw. vernichten. Bei zu reichlichem Füttern vernachlässigen sie ihre naturgegebene Arbeit. Der bis zum Eintritt des Frostes nicht verbrauchte Bleichsellerie wird im Keller eingeschlagen. Dazu nimmt man die Pflanzen mit den Wurzeln aus dem Boden und schlägt sie einschließlich der Umhüllung in feuchten Sand oder Erde ein. Wenn der Keller dunkel ist, sind die Hüllen zu entfernen. Die gebleichten Stiele verstocken dann nicht so leicht. Im Keller muß für gute Durchlüftung gesorgt werden. Als Einschlag für den bis zum Frostbeginn nicht fertig gewordenen Blumenkohl eignet sich ein tiefes Frühbeet oder ein heller Keller. Der Blumenansatz muß aber schon vorhanden sein. Beim Ausgraben der Pflanzen muß soviel wie möglich Erde an den Wurzeln bleiben. Eingepflanzt wird so, das die Pflanzen senkrecht stehen und sich gegenseitig berühren. Blätter dürfen nicht entfernt werden. Im Keller braucht man zum Einschlag keine Erde. Feuchter Torf verrichtet dieselben Dienste. Gegossen wird so, das die Blätter und der Blumenansatz nicht naß werden. Mit dem Ernten des Chinakohls braucht man nicht ängstlich zu sein, denn er verträgt Fröste von 6 bis 8 Grad. Was nicht gleich verbraucht wird, kommt in den Einschlag. Er darf aber nicht im gefrorenen Zustand geerntet werden. Mit den Wurzeln ausgegraben, kommt er in einen luftigen Keller. Feuchter Sand oder sandige Erde eignen sich am besten zum Einschlagen. Die walzenförmigen Köpfe dürfen sich nicht berühren. Es kommt sonst leicht zu Faulstellen. Darum kann auch nur bei trockenem Wetter geerntet werden. Damit die Köpfe nicht welken, muß man das Einschlagmaterial immer feucht halten. Die mit Glasschutz versehenen Eierfrüchte sind abzuernten, bevor stärkere Fröste auftreten. Noch nicht völlig ausgereifte Früchte reifen nach. Grüne können wie Tomaten eingelegt werden. Die Ende September zum Bleichen vorbereiteten Winteredivien sind Mitte Oktober erntefertig. Mit dem Ernten braucht man sich nicht zu beeilen, denn Winteredivien vertragen Fröste bis etwa 4 Grad. Wer zum Bleichen Matten verwendet, kann die Endivien bis Ende Oktober im Freien lassen. Für den Winterverbrauch kann man die Winteredivien in einem luftigen Keller aufbewahren. Bei trockenem frostfreiem Wetter nimmt man sie möglichst viel Erde aus dem Boden. Feuchter Sand ist das beste Einschlagmaterial. Soweit sie nicht schon im Freien zusammengebunden wurden, muß man es jetzt nachholen. Die Endivien nehmen sonst zuviel Platz ein. Beim Binden werden die Blätter schopfartig zusammengefaßt. Winteredivien kann man bis Januar / Februar aufbewahren, wenn man sie im Keller nicht einschlägt, sondern in Töpfe pflanzt. Dazu braucht man allerdings mehr Platz, hat aber die Gewißheit, das sie nicht so leicht faulen. Zwischen den locker aufgestellten Töpfen kann die Luft gut zirkulieren. Beim Gießen muß man das Anfeuchten der Blätter peinlich vermeiden. Grünkohl wird im Oktober geerntet, wenn er einige Frostnächte durchgemacht hat. Er ist dann viel schmackhafter. Im übrigen braucht man nicht ängstlich zu sein, denn er übersteht auch starke Fröste. Als bester Schutz gegen Kaninchen gilt das Umlegen mit Weißdornzweigen oder anderen stachlichem Gestrüpp. Aus dem im Laufe des Septembers geernteten Samengurken werden im Oktober die Samenkörner gewonnen. Man schneidet die Gurken in 2 Längshälften und kratzt das weiche Gewebe mit den Samenkörnern aus. Damit sich die Samen gut auswaschen lassen, wird das ganze in ein Gefäß mit reichlich Wasser getan und an einem warmen Ort bei etwa 15 Grad gestellt. Durch die eintretende Gärung löst sich das Fruchtfleisch von den Samen, und man kann sie leicht auswaschen. Der für den Winterverbrauch bestimmte Kohlrabi ist zu ernten, bevor er durch stärkere Nachtfröste gefährdet wird. Dabei werden die Blätter bis auf die jungen Herzblätter entfernt. Die Strünke schneidet man kurz unter der Knolle ab. So vorbereitet, kann der Kohlrabi in Erdmieten untergebracht werden. Wenn man ihn im Keller einschlagen will, bleiben die Strünke mit den Wurzeln an den Knollen. Der Einschlag erfolgt in feuchte Erde oder in Sand. Kohlrüben läßt man so lange wie möglich in der Erde. Stärkeren Frösten dürfen sie aber nicht ausgesetzt werden. Sie dürfen beim Ernten nicht beschädigt werden, weil sie sonst faulen. Die Blätter werden einige Zentimeter über den Rübenkopf glatt abgeschnitten. Das Ernten ist bei trockenem Wetter vorzunehmen. Naß geerntete Rüben faulen leicht. Der beste Aufbewahrungsort ist eine Erdmiete. Kleinere Mengen kann man auch im Keller aufbewahren. Er muß aber kühl sein, weil sonst die Rüben austreiben und unbrauchbar werden. Erdmieten für Kohlrüben dürfen nur 10 bis 15 cm tief ausgehoben werden und sind gegen Mäuse abzuschirmen. Die Kohlrüben schichtet man in einem sich nach oben verjüngenden Haufen auf und bedeckt sie mit trockenem Stroh. Auf der Strohschicht wird die ausgehobene Erde gleichmäßig verteilt. Die Erddecke wird erst verstärkt, wenn stärkere Fröste zu befürchten sind. Zum Belüften der Miete verwendet man etwa 10 cm starke Strohbündel, die mit der Strohschicht auf den Rüben Verbindung haben müssen. Gegen Mäuse hilft engmaschiges Drahtgeflecht am besten, das auch unter die Rüben zu legen ist. In der ersten Oktoberhälfte muß der Anfang September ausgesäte Wintersalat gepflanzt werden. Später gepflanzter wächst nicht mehr genügend ein und leidet so stark unter den Winterfrösten, das die Pflanzen zugrunde gehen. Der Wintersalat wird in 8 bis 10 cm tiefe Rillen gepflanzt, die ihm gegen Winterwinde Schutz bietet. Die Reihen erhalten einen Abstand von 20 cm. Auch auf der Reihe wird in diesem Abstand gepflanzt. Die Rillen muß man etwa 10 cm breit ziehen, damit sich der Salat im Frühjahr unbeengt entwickeln kann. Wichtig ist, das die Salatpflanzen nur so tief in der Erde stehen wie vorher im Saatbeet. Um Winterverluste zu vermeiden, wird der Mangold Ende Oktober stark angehäufelt. Wer im Frühjahr sehr zeitig frisches Gemüse ernten will, sollte die Mühe des Anhäufeln nicht scheuen. Es wird so hoch vorgenommen, das die Blattstiele nicht mehr zu sehen sind. Die Septemberaussaaten von Möhren müssen Ende Oktober eine Frostschutzdecke erhalten. Dazu verwendet man entweder stark verrotteten Stallmist oder Torf. Laub ist ungeeignet. Die Schutzdecke wird etwa 5 cm bis 8 cm stark aufgebracht. An einem trockenen Tag der zweiten Oktoberhälfte nimmt man die für den Winterbedarf bestimmten Möhren aus dem Boden. Die Grabegabel ist dazu das geeignetste Werkzeug. Trotz Vorsicht beschädigte Möhren muß man auslesen. Sie würden nur faulen und die anderen anstecken. Das Möhrenkraut darf man nicht abschneiden, sondern muß es abdrehen, weil sonst die Köpfe der Möhren leicht faulen. Die Wintermöhren überwintert man am besten in einer Erdmiete und die zum baldigen Verbrauch bestimmten im Keller. Neuseeländer Spinat fällt schon leichten Nachtfrösten zum Opfer und muß darum vorher abgeerntet werden. Wer auf dieses Gemüse besonderen Wert legt, kann die Erntezeit durch den Aufbau eines provisorischen Frühbeetes verlängern. Die aufgelegten Fenster oder mit Folien bespannten Rahmen müssen aber nachts mit Decken versehen werden, damit kein Frost eindringen kann. Die Früchte mit Schutz versehenen Gemüsepaprikas sollte man im Laufe des zweiten Oktoberdrittels abernten. Die Temperaturen sind dann trotz Schutz so niedrig, das kein Zuwachs mehr zu erwarten ist. Auch die halbentwickelten Früchte sind als Gemüse verwendbar. Die Pastinakenwurzeln gräbt man in den letzten Oktobertagen aus der Erde und überwintert sie wie die Möhren. Auch das Ernten entspricht dem der Möhren. Sie sind winterhart. Bei gefrorenem Boden kann man sie aber kaum ausgraben. Vom Porree erntet man Ende Oktober am besten nur so viel, wie in absehbarer Zeit verbraucht wird. Man schlägt ihn in feuchten Sand im Keller ein, nachdem man Wurzeln und Blätter etwas gekürzt hat. Den übrigen läßt man im Freien stehen, denn Porree ist völlig winterhart. Wenn man den Boden zwischen den Pflanzen mit verrotteten Stallmist oder Torf bedeckt, wird die Erde nicht so schnell frosthart. Zu früh geerntete Winterrettiche halten sich schlecht. Darum erntet man sie erst, wenn stärkere Fröste bevorstehen. Rettiche müssen bei trockenem Wetter geerntet und dürfen nicht beschädigt werden. Die ihnen angehaftete Erde wird vorsichtig entfernt und das Kraut sauber abgedreht. Ob man sie im Keller oder in einer Erdmiete über den Winter aufbewahrt, hängt von der Menge ab. Der Keller muß frostfrei sein. Einige Grade über Null sind die besten Temperaturen. In mäßig feuchten Sand eingeschichtet, halten sie sich bis zum Frühjahr. Das Abschneiden des Blätterschopfes beim Rosenkohl ist zu verwerfen. Es fördert die Entwicklung der Röschen nicht. Da der Rosenkohl im Freien stehenbleibt, geben die Blätterschöpfe den Röschen etwas Schutz. Aus diesem Grunde darf man auch die Blätter beim Ernten nicht abbrechen. Pflanzen, bei denen der Blattschopf abgeschnitten wird, faulen an der Schnittfläche, wodurch sie zugrunde gehen. Beim Ernten der Roten Rüben muß man ganz besonders vorsichtig sein. Sie dürfen auf keinen Fall verletzt werden. Auch die Blätter dürfen nicht abgeschnitten werden. Am besten pflückt man sie einzeln ab, damit der Rübenkopf nicht beschädigt wird. Die Roten Rüben muß man so ausgraben, das die Hauptwurzel unverletzt bleibt. Jede Beschädigung des Rübenkörpers hat Saftverlust zur Folge. Fäulnis ist dann unvermeidbar. Das Einmieten nimmt man wie bei den Kohlrüben vor. Obwohl Schwarzwurzeln auch bei starkem Frost im Boden nicht erfrieren, sollte man sie gegen Ende Oktober ernten. Das Ernten nach Bedarf macht große Schwierigkeiten, sobald die Erde stark gefroren ist. Man kann das Eindringen des Frostes nur verhindern, wenn das Schwarzwurzelbeet und die nähere Umgebung mit einer starken Schutzdecke versehen wird. Dazu kann man verotteten Stallmist, Torf oder auch Laub verwenden. Die Schutzdecke muß aber in strengen Wintern mindestens 20 cm stark sein. Auf sorgfältiges Ernten kommt es an, wenn sich die Schwarzwurzeln im Einschlag gut halten sollen. Zum Ernten verwendet man einen Spaten. An der Reihe entlang wird dicht neben den Wurzeln ein Graben ausgeworfen. Er muß mindestens so tief sein, das auch die Wurzelspitzen frei werden. Dann wird der Spaten auf der anderen Seite der Reihe so tief eingestochen, das man die Wurzeln ohne Beschädigung in den Graben drücken kann. Der Blätterschopf wird sorgfältig abgedreht. Die Schwarzwurzeln schlägt man reihenweise und aufrechtstehend in mäßig feuchten Sand in einem recht kühlen Keller ein. Auch im Freiland kann man sie dicht einschlagen. Dann ist aber eine Schutzdecke nötig, wenn man die Wurzeln jederzeit zur Verfügung haben will. Der Knollensellerie wächst zwar bis in den Oktober hinein, doch muß er vor dem Auftreten wesentlicher Fröste geerntet werden. Da die Knollen zum Teil über den Boden stehen, leiden sie schon bei einigen Graden unter Null. In gefrorenem Zustand darf der Sellerie nicht geerntet werden. Man läßt ihn dann erst wieder völlig auftauen. Beim Ernten des Selleries dürfen weder die Knollen noch die Herzblätter beschädigt werden. Die Grabegabel ist das geeignetste Gerät zum Ernten. Damit sticht man reichlich tief unter die Knollen und drückt sie aus dem Boden. Ihnen anhaftende Erde wird durch vorsichtiges Abklopfen entfernt. Dabei darf man aber die Knollen nicht verletzen. Aus der Erde genommener Sellerie muß sofort für den Einschlag fertiggemacht werden und darf nicht im Freien liegen bleiben. Läßt man ihn mit den Blättern an der Luft liegen, entziehen diese der Knollen Feuchtigkeit, so das sie welken. Die Blätter darf man nicht abschneiden, sondern muß sie (bis auf die Herzblätter) mit den Händen entfernen. Die Herzblätter bleiben auch im Einschlag an den Knollen. Die Reste der anderen Blätter schabt man mit einem stumpfen Messer ab. Die Wurzeln kürzt man mit einem scharfen Messer bis auf einige Zentimeter unter der Knolle. Als Aufbewahrungsort für die Sellerieknollen eignet sich ein kühler Keller, ein kaltes Frühbeet oder auch ein Beet im Garten. Im Keller nimmt man zum Einschlagen am besten feuchten Sand. In ihn pflanzt man die Knollen dicht aneinander so ein, das die Herzblätter und auch der Knollenkopf frei bleiben. Im Frühbeet oder Freiland geht man genau so vor. Als Substrat wird aber dort vorhandene Erde genommen. Da sdie Sellerieknollen sehr frostempfindlich sind, bedeckt man den Einschlag im Frühbeet oder Freiland mit etwa 20 cm starken Torfschicht. Auch die nähere Umgebung ist damit zu bedecken, damit der Frost nicht von den Seiten her eindringen kann. Der Torf muß grog und trocken sein. Damit er auch später trocken bleibt, wird der Einschlag bedeckt. Das Abschneiden des Spargelkrautes von dem im Frühjahr gepflanzten Bleichspargel verbindet man mit dem Nachfüllen von Erde. Bei diesen einjährigen Pflanzungen stehen die Köpfe der Pflanzen nur einige Zentimeter unter der Erde. Um sie nicht zu beschädigen, schneidet man das Kraut dicht über der Erde ab. Anschließend werden die Gräben mit einer 6 bis 8 cm starken Erdschicht aufgefüllt. Dazu verwendet man einen Teil des neben den Gräben liegenden Aushubes, den man etwa zur Hälfte mit stark verrotteten Stallmist mischt. Das gelb gewordene Spargelkraut ist etwa 2 cm unter der Erdoberfläche abzuschneiden und zu vernichten. Spargelkraut darf nicht als Winterschutz für andere Pflanzen verwendet werden. An ihm können Krankheitserreger haften, die sich im folgenden Jahr stark ausbreiten würden. Das trifft vor allem auf den gefährlichen Spargelrost zu. Im September ausgesäter Spinat sowie Rapünzchen erhalten in den letzten Oktobertagen einen leichten Winterschutz. Fichtenzweige sind dazu das geeignetste Material. Damit begegnet man der Gefahr, das bei Barfrost Winterverluste enstehen. Die Zweige der Tanne sind für diese Zwecke noch wertvoller, weil sie auch bei längerem Liegen die Nadeln nicht verlieren. Grüne Tomaten reifen am besten nach, wenn man sie in trockenen Torf einschichtet. Die Früchte müssen aber abgeerntet werden, bevor sie unter Frost gelitten haben. Zum Einschichten in Torf eignen sich nur völlig ausgewachsene Früchte. Sie dürfen sich im Torf nicht berühren. Der Winterkohl wird am besten im Keller aufbewahrt. In Erdmieten entstehen oft erhebliche Verluste. Zum Einschlagen im Keller hebt man den Kohl mit den Wurzeln aus der Erde. Die Außenblätter werden bis auf einige, den Kopf schützende entfernt. Das Material zum Einschlagen kann aus Sand, Torf oder Erde bestehen und muß feucht sein. Der eingeschlagene Kohl muß aufrecht stehen, damit die Luft zwischen den nackten Strünken zirkulieren kann. Die Köpfe dürfen sich leicht berühren. Zum Überwintern in Erdmieten schneidet man den Strunk bis zu den Außenblättern ab. Weiß -, Rot - und Wirsingkohl vertragen zwar einige Kältegrade, doch sollte man sie in den letzten Oktobertagen ernten. Den Kohl darf man nicht in gefrorenen Zustand ernten. Durch das Anfassen und den Transport entstehen sonst erhebliche Druckstellen, die nach dem Auftauen sehr schnell faulen. Auch naß geernteter Kohl hat in den Mieten sowie im Keller nur eine sehr beschränkte Haltbarkeit. In der zweiten Hälfte des Oktobers kann man mit dem Ernten der Zichorienwurzeln beginnen. Die Wurzeln darf man beim Ausgraben nicht beschädigen. Darum werden sie wie die Schwarzwurzeln geerntet. Das Kraut wird 1 bis 2 cm über den Wurzelkopf glatt abgeschnitten. So vorbereitet, schlägt man die Wurzeln im Keller in den Sand oder in sandige gesiebte Komposterde ein. Sie müssen senkrecht stehen und einen Abstand von etwa 6 cm haben. Falls der Keller nicht völlig dunkel ist, wird eine etwa 20 cm starke Sandschicht aufgebracht. Als Notbehelf kann man dazu auch feinen Torf verwenden. Das beim Ernten der Wurzeln anfallende Kraut ist ein gutes Kaninchenfutter. Um ab Januar laufend Zichoriensalat essen zu können, pflanzt man die Wurzeln in große Blumentöpfe oder ähnliche Gefäße. Die Gefäße müssen so groß sein, das sie je nach Anzahl der Familienmitglieder, 3 bis 6 Wurzeln oder auch mehr aufnehmen können. Vorerst werden die Töpfe im Keller aufgestellt. Ein Gefäß oder mehrere werden sofort in ein Raum gebracht, in dem Temperaturen von 15 bis 18 Grad herrschen. Damit der Austrieb (säulenförmiger Blattschopf) recht zart wird, müssen die Gefäße ganz dunkel stehen. Das kann man auch erreichen, wenn man an den Rand des Gefäßes 4 Stäbe in den Sand bzw. Erde steckt und ein lichtdichtes Tuch oder auch Papier darüber hängt, das unter dem Gefäß zusammengenommen wird. Alle 2 Wochen kann man aus dem Keller dann Nachschub holen. Die gut getrockneten Speisezwiebeln bewahrt man an einem trockenen luftigen Ort mit niedrigen Temperaturen auf. Wer sie auf dem nicht immer frostsicheren Hausboden lagert, legt sie in flacher Schicht auf Stroh aus. Wenn stärkere Fröste zu erwarten sind, bedeckt man auch die Zwiebeln mit Stroh. Anstelle von Stroh kann auch trockener Torf verwendet werden. Gefrorene Zwiebeln darf man nicht berühren. Sie sind nach dem Auftauen unverändert brauchbar. Von Gewürzpaprika muß man bis Mitte Oktober alle Früchte ernten, auch wenn er im September einen Schutz erhalten hat. Auch alle halbfertigen Schoten ( grüne ) werden abgepflückt. Sie reifen noch nach und haben dann gute Würzkraft. Gewürzpaprika muß in der Nähe eines Ofens scharf getrocknet werden. Der Aufbewahrungs - behälter braucht nicht luftdicht zu schließen. Beim Graben des Gemüselandes muß man die Fruchtfolge beachten, damit keine Bodenmüdigkeit eintritt. Am einfachsten ist die Boden - müdigkeit durch die Zweifelderwirtschaft zu verhindern. Einen Teil der Beete werden mit frischem Stallmist versorgt und die anderen mit Kalk. Auf die frisch gedüngten pflanzt man alle Gemüsearten, die frischen Stallmist vertragen oder sogar verlangen. Dazu gehören in erster Linie alle Kohlarten, alle Salatarten, Gurken, Melonen, Kürbisse und Bleichsellerie. Alle andernen kommen auf das nur mit Kalk versorgte Land. Wo anstelle von Stallmist nur mit Torf gearbeitet wird, braucht man diese Unterschiede nicht genau zu nehmen. Dann muß man aber trotzdem mit den Gemüsearten wechseln. Das Winterobst ( Lagerobst ) muß man am Baum gut ausreifen. Die ausgesprochenen Dauersorten sollte man darum nicht vor Mitte Oktober pflücken. Zu früh gepflückt, schrumpfen die Früchte auf dem Lager, werden saftlos und der Geschmack läßt zu wünschen übrig. Leichte Bodenfröste schaden den Früchten auf dem Bäumen nicht. Die Pflücktermine verschieben sich in jedem Jahr etwas, weil sie im Verlauf des Sommers beeinflußt werden. Von der Sauberkeit der Pflückgeräte, Erntegeräte und Obstlager - räume hängt die Haltbarkeit des Winterobstes (Lagerobstes) wesentlich ab. Im Lagerraum wird das Winterobst auf den festen Brettstellagen, Obsthorden oder in Steigen nur in einer Schicht ausgelegt. Nur auf diese Weise hat man die nötige Übersicht und kann den Zustand der Früchte ohne Berühren und Umschichten feststellen. Kranke Früchte lassen sich dann beizeiten ausmerzen. Wer keinen geeigneten Lagerraum für das Winterobst hat, kann es in Kisten zwischen Torf schichten. Der Torf muß recht grob, vorallem aber völlig trocken sein. Jede Oberschicht wird durch eine 2 cm bis 3 cm starke Torfschicht getrennt. Die Früchte dürfen sich nicht berühren. Der Raum zwischen Kistenwand ( dazu gehören auch Boden und Deckel ) und Früchten muß etwa 5 cm betragen. Der gesamte Kisteninhalt ist also von einer 5 cm starken Torfschicht umgeben. So verpackt, können die Kisten auch in einem Raum gestellt werden, in dem die Temperatur gelegentlich auf einige Grad unter Null sinkt. Vorraussetzung für gute Haltbarkeit der Früchte ist, das nur völlig einwandfreie verpackt werden. Die Genußreife des Winterobstes (Lagerobst) hängt nicht nur vom Pflücktermin und den Unterlagen ab. Die klimatischen Verhältnisse (Höhenlage), der Wetterverlauf und der Aufbewahrungsort spielen ebenfalls eine große Rolle. Darum ist die Spanne oft schon kleiner, wenn nur einer der genannten Faktoren ungünstig in Erscheinung tritt. Die echten Quitten bleiben so lange am Strauch, bis die Früchte durch stärkere Fröste gefährdet werden. Je weiter man die Ernte hinausschieben kann, um so besser ist das Aroma der Früchte. Wer seine Walnüsse so lange am Baum läßt, bis sie allein abfallen, erzielt Früchte von bester Qualität. Dadurch erstreckt sich die Ernte auf einen längeren Zeitraum und es muß mehrmals am Tage aufgelesen werden, wenn es nicht durch Unbefugte geschehen soll. Haselnüsse erntet man im Laufe des Oktobers, sobald sich die Früchte leicht aus den Hüllen lösen. Wenn man sie in mäßig feuchten Sand schichtet, halten sie sich länger als luftig aufbewahrt. Sie müssen kalt, aber frostfrei stehen. Die Früchte der Mispeln muß man so lange an den Sträuchern hängen lassen, bis sie einen stärkeren Frost ausgesetzt waren. Nur durch Frost weich und braun gewordene Früchte sind genießbar. Der Oktober ist der geeigneteste Monat zum Pflanzen der meisten Obstgehölze. Nur in nassen Böden sollte man damit bis zum Frühjahr warten. Im Herbst gepflanzt, faulen dort bei einem zeitig eintretenden Winter die Schnittflächen der Wurzeln. Das Anwachsen ist dadurch gefährdet. Pfirsiche, Aprikosen, Wein, Quitten, Walnüsse und Brombeeren pflanzt man besser im Frühjahr. Diese Obstarten leiden bei Herbstpflanzung durch die Wintereinflüsse meist so stark, das sie zugrunde gehen. Die Bodenbearbeitung gehört beim Pflanzen von Obstgehölzen zu den wichtigsten Maßnahmen. Da es sich beim Kleingartenbau meist nur um das Pflanzen einiger Bäume oder Sträucher handelt, kann man sich bei der Bodenbearbeitung auf die Pflanzstellen beschränken. Ihr Umfang und die Tiefe richten sich nach der Obstgehölzform. Die ausgehobene Gruben werden bei der Herbstpflanzung sofort wieder mit dem Aushub gefüllt, nachdem er mit Humus und Nährstoffen angereichert wurde. Damit sich die Erde bis zum Pflanzen etwas setzen kann, erledigt man die Bodenbearbeitung 2 bis 3 Wochen vor dem Pflanzen. Beim Einkauf von Obstgehölzern muß man sich vergewissern, wieviel Platz sie im tragfähigen Alter beanspruchen. Das muß vor allem dort beachtet werden, wo man trotz der Obstbäume auch noch Gemüse oder ähnliche Nutzpflanzen anbauen will. Bei zu enger Pflanzung ist das unmöglich. Bei zu eng gepflanzten Obstbäumen, vergrößert sich die Gefahr, das sie von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Dadurch erhöhen sich die Unterhaltungskosten und von normalen Ernten kann keine Rede sein. Bei der Wahl der Obstsorten sollte man die als Anhalt nehmen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft gleichmäßig gute Ernten bringen. Wer diesen Rat befolgt, braucht sich auch nicht sonderlich um Pollenspender zu kümmern, denn sie sind dann bestimmt in der Nähe. Bei umveredelten Obstbäumen kann man sehr oft eine Veränderung der Fruchtmerkmale feststellen. Die Abweichungen sind geschmack - lich oft unerheblich, können sich aber sehr stark in der Form der Früchte bemerkbar machen. Das bestätigt die Tatsache, das die Unterlage ( in diesem Fall die Zwischensorte ) die Edelsorte erheblich beeinflußt. Beim Transport der Obstgehölze aus der Baumschule bis zum Pflanzort muß man ihre Wurzeln feucht einpacken. Wer das nicht beachtet, braucht sich nicht zu wundern, wenn sich die Bäume nur kümmerlich entwickeln oder überhaupt nicht anwachsen. Eine Obstbaumsendung, die auf dem Transport von einem stärkeren Frost überrascht wird, darf man nicht gleich auspacken. Man legt sie in einen kühlen, aber frostfreien Raum und läßt sie dort langsam auftauen, erst dann wird ausgepackt und gepflanzt oder eingeschlagen. Wer nicht gleich zum Pflanzen gekaufter Obstbäume kommt, muß sie in feuchter Erde einschlagen. Dabei ist zu achten, das die Erde auch zwischen die Wurzeln gelangt. Nach dem Einschlagen wird die Erde leicht angetreten und tüchtig naß gemacht. Bei den Obstbäumen, die auf Sämling veredelt sind, unterscheidet man zwischen Hoch -, Halb - und Viertelstämmen. Auch viele Büsche des Kernobstes stehen auf Sämlingsunterlagen. Sie unterscheiden sich im Kronenaufbau nicht, sondern nur in der Stammhöhe. Beim Hochstamm beträgt sie 1,80 m bis 2,00 m, beim Halbstamm 1,50 m und beim Viertelstamm 1,00 m bis 1,20 m. Beim Busch beginnt die Krone schon 0,60 m über der Erde. Wer seinen Garten nur am Wochenende aufsuchen kann, sollte vom Kernobst nur Spätsorten pflanzen. Bei Frühsorten kann es passieren, das die gesamte Ernte beim nächsten Besuch am Boden liegt, obwohl die Früchte eine Woche vorher noch nicht pflückreif waren. Bei den Obstgehölzen muß man wie beim Gemüse Wechselwirtschaft betreiben. Wo beispielsweise ein Apfelbaum jahrzehntelang gestanden hat, darf man keinen neuen hinpflanzen. Am besten wechselt man in solchen Fällen Kern - mit Steinobst und umgekehrt. Alle Obstgehölze verlangen Böden, die mehr nach der basischen Seite neigen, also nicht sauer sein. Der Reaktionsgrad sollte darum vor jeder Neupflanzung festgestellt werden. Bei Steinobst darf man das auf keinen Fall versäumen. Wo Kalk im Boden fehlt, läßt ihr Wachstum immer zu wünschen übrig und Gummifluß ist die unausbleibliche Folge. In freier, sonniger Lage gedeihen und tragen die Obstgehölze am besten. Das ist selbst bei Schattenmorellen der Fall, obwohl sie Halbschatten ganz gut vertragen. Bei ihnen kommt man oft durch den Namen auf den Gedanken, das sie schattig stehen wollen. Das ist aber beileibe nicht der Fall. Die Schattenmorelle heißt eigentlich " Große lange Lotkirsche ". Während sich Äpfel in humosen, etwa feuchten Böden am wohlsten fühlen, kommen für Birnen recht tiefgründige und mehr trockene, warme in Frage. In Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit leiden beide sehr häufig unter Schorfbefall. Süßkirschen sind im bezug auf die Bodenverhältnisse bedeutend anspruchsvoller als die Sauerkirschen. Die zuerst genannten gedeihen am besten in warmen Böden, die sehr gut luftdurchlässig sind. Ausgesprochene Spätfrostfolgen sind für Süßkirschen ungeeignet, weil sie sehr früh blühen. Bei Sauerkirschen ist das nicht so gefährlich, da ihre Hauptblüte erst später einsetzt. Darum kann man sie auch in Höhenlagen mit gutem Erfolg anbauen. Trockene Sandböden sagen der Sauerkirsche genauso zu. Die Hauptsache ist, das sie genügend Nährstoffe vorfinden. Pflaumen sowie Pfirsiche und Aprikosen gedeihen in warmen, gut durchlüfteten Böden am besten. Außerdem müssen die Böden nährstoffreich sein und einen guten Humusgehalt aufweisen. Sehr trockene Böden sagen ihnen nicht zu. Besonders schwere aber auch nicht. In regelmäßig von Spätfrösten heimgesuchten Gegenden werden oft die Blüten vernichtet. Wer Pfirsiche im Oktober pflanzt, muß sie sehr gut einpacken, damit sie den Frost nicht zum Opfer fallen. Am besten verwendet man dazu Fichtenzweige, mit denen die ganze Pflanze eingebunden wird. Ein starker Bodenbelag auf die Pflanzstelle ist unerläßlich. Pfirsiche sind die geeignetste Obstart für Spaliere mit Südlage. Dort lassen sie sich am besten gegen den Winterfrost schützen. Außerdem hat man es in der Hand, Spätfröste von den Blüten abzuhalten. Kernechte Pfirsiche sind auch gegen starke Frosteinwirkungen ziemlich unempfindlich. Darum sollte man sie in stark frostgefährdeten Lagen den veredelten vorziehen. Frieren sie aber doch einmal sehr stark zurück, dann kann man mit Hilfe der Stockausschläge den Busch bald wieder tragfähig machen. Bei veredelten Pfirsichen ist das unmöglich. Um sich gegen Frostschäden zu sichern, sollte man veredelte Pfirsiche in jedem Herbst mit einem Frostschutz versehen. Wer nur einige Pfirsichbüsche im Garten stehen hat (auch an Spalieren), sollte die damit verbundene Mühe nicht scheuen. Die echten Quitten lieben lockere, mit reichlich Humus versehene warme Böden, denen es aber nicht an Kalk fehlen darf. Geschützte Lagen sagen ihnen am besten zu. Sie können halbschattig stehen, ohne das die Erträge wesentlich zurück gehen. Die Mispeln sind in bezug auf die Bodenverhältnisse nicht sehr wählerisch, wenn sie nur genügend Nährstoffe vorfinden. Diese Obstart liefert auch halbschattig stehend gute Ernten. Das Beerenobst wächst und fruchtet auf allen Bodenarten gut, wenn diese mit reichlich Humus versehen werden. Wo regelmäßig mit dem Auftreten mit Spätfrösten zu rechnen ist, kommt es oft zu Mißernten, weil die Blüten erfrieren. Die Pfähle, die fast alle Obstbäumen beim Pflanzen erhalten müssen, sind grundsätzlich vor dieser Arbeit einzuschlagen. Andernfalls kommt es zu Wurzelbeschädigungen, weil der Pfahl dicht neben dem Stamm stehen muß. Johannes - und Stachelbeeren vertragen Halbschatten. In freien sonnigen Lagen liegt aber ihr Ertrag wesentlich höher. Darum sollte man sie nicht zu dicht an junge Obstbäume pflanzen. Mit der Entwicklung deren Kronen geht der Ertrag der Beerensträucher erheblich zurück. Zu eng gepflanzte Johannes - und Stachelbeeren erschweren das Ernten und die Bodenbearbeitung. Als günstiger Abstand gelten bei Büschen 1,50 m. Bei schwarzen Johannesbeeren muß man ihn auf 2,00m vergrößern. Hochstämme erhalten nur 1,00 m Abstand, da man sie meist als einzelne Reihe pflanzt. Beim Pflanzen der Obstbäume ist vor allem darauf zu achten, das die Veredelungsstellen frei über der Erde stehen. Kirschenhochstämme sind in der Regel nicht unten, sondern oben veredelt ( Kronen - veredelung ). Die Veredelungsstelle befindet sich dicht unter der Krone. Auch diese Bäume darf man nicht tiefer pflanzen, als die in der Baumschule gestanden haben. Die Wurzeln der Obstgehölze müssen beim Pflanzen sorgfälltig in die Erde eingebettet werden. Um das Beschädigen der Wurzeln auszuschließen, nimmt man zum Ausfüllen der Zwischenräume die Hände. Das Anbinden an die Pfähle ist so vorzunehmen, das sich die frisch - gepflanzten Bäume nicht aufhängen. In der ersten Zeit nach dem Pflanzen setzt sich das Erdreich der Pflanzstelle im allgemeinen noch etwas. Das ist beim Anbinden zu berücksichtigen. Durch den Frostspanner kann es im Frühjahr zu Kahlfraß kommen, wenn man keine Vorkehrungen gegen ihn trifft. Bei diesem Schmetterling kann nur das Männchen fliegen. Das Weibchen hat nur Flügelstummel. Um die Eier in den Baumkronen ( Triebspitzen ) abzulegen, muß es am Stamm hochklettern. Als Schutz gegen den Frostspanner erhalten alle Obstbäume spätestens in der ersten Oktoberhälfte Leimringe. Die Leimringe müssen so dicht am Stamm liegen, das das Weibchen des Frostspanners nicht darunter durchkriechen kann. Rissige Borke ist also vorher abzukratzen. Als Unterlage für den Leim muß man wasserfestes Papier verwenden. Einfacher sind die im Handel erhältlichen fertigen Leimringe. Sie werden oben und unten festgebunden. Die Baumpfähle müssen ebenfalls durch Leimringe gesichert werden, weil das Frostspanner - weibchen sonst über das Baumband an den Baum gelangen kann. Obstbäume, die noch nicht länger als 3 bis 4 Jahre stehen, kann man im Oktober ohne Bedenken umpflanzen, wenn beim Ausgraben die Wurzeln geschont werden. Dabei kommt es vor allem auf die feinen Wurzeln an. Je mehr davon unbeschädigt bleiben, um so sicherer wächst der Baum ein. Erdbeeren sollte man im Oktober noch einmal abranken und wo es noch nicht geschehen ist, mit Bodendeckung versehen. Die Boden - bedeckung erhalten die Erdbeerbeete aller Jahrgänge.
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